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Eine Grube mit Brandschutt in der Kreuzstraße 4

Topfdeckelfragment
Fragment eines Topfdeckels aus einer Brandschutt verfüllten Grube: Um 1600
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Foto: R. Röder

Im Juni/Juli 1999 wurden von der Archäologischen Arbeitsgruppe Fürth auf dem Grundstück Kreuzstr. 4 Untersuchungen durchgeführt. Dabei konnte u.a. eine Grube angeschnitten werden, die mit viel Brandschutt verfüllt war.

Die Grube

Der Befund enthielt eine größere Anzahl von durch Feuereinwirkung verziegelten Lehmbrocken. Diese sind z.T. so groß, dass sie ihren Ursprung verraten: Es handelt sich um Reste von Gefachauskleidungen eines Fachwerkbaus. In diese Richtung weisen auch zahlreiche Holzkohlereste, die ebenfalls geborgen werden konnten und sich teilweise als Balkenreste ansprechen lassen. Die Art der Dachdeckung bezeugen Reste von Ziegeln in Bieberschwanzform. Auch die Ziegel waren einer intensiven Feuereinwirkung mit großer Hitzeentwicklung ausgesetzt, denn sie sind teilweise regelrecht "verschmolzen".

Funde und Datierung

Hinweise zur Datierung dieser Brandkatastrophe ergeben sich durch eine Reihe von Keramikfragmenten aus der Grubenverfüllung, die ebenfalls fast durchweg Brandspuren aufweisen. An erster Stelle ist dabei das Fragment eines reliefverzierten Steinzeugkruges aus Raeren bei Aachen mit dem Inschriftrest "ANNO 15.." zu nennen. Vergleiche mit vollständigen Gefäßen dieser Art erlauben eine Eingrenzung auf das zweite Hälfte dieses Jahrhunderts.

An keramischen Funden liegen darüber hinaus einige Randscherben von innenglasierten Töpfen mit profiliertem Kragenrand vor. Diese Randform kann nach dem bisherigem Forschungsstand nur grob dem späten 16. bzw. der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts zugewiesen werden.  

Schließlich ist noch eine ganze Reihe von Ofenkacheln in Medaillonform zu nennen, die sich in der Art des Dekors sehr ähnlich sind und möglicherweise vom gleichen Ofen stammen. Kacheln der vorliegenden Art sind wohl der fortgeschrittenen Renaissancezeit zuzuweisen.

Zusammenfassung

Zusammenfassend lässt sich folgendes festhalten: In die Grube wurden Teile des Brandschutt eines (oder mehrerer?) Gebäude eingefüllt. Das Fundmaterial (Kachelofen, hochwertige Keramik aus dem Rheinland, Ziegeldach) lässt auf einen gewissen Wohlstand der Bewohner schließen.

Wann es zu der Brandkatastrophe gekommen ist, lässt sich nicht mit völliger Sicherheit sagen. Die Funde erlauben einen relativ weiten zeitlichen Spielraum. Es ist natürlich verlockend, an das Jahr 1634 zu denken, als Fürth während des 30-jährigen Krieges weitgehend eingeäschert wurde. Das Fundmaterial würde einer solchen Datierung auch nicht widersprechen. Denkbar ist aber ebenso ein Brandereignis zu einem anderen Zeitpunkt, das durch andere Ursachen (Unachtsamkeit, Blitzschlag o.ä.) ausgelöst wurde.

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