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Neue Erkenntnisse zur Siedlungsentwicklung brachte die Grabung neben
dem Jüdischen Museum Königstr. 91-93. Hier wurde in einer ersten Grabungskampagne
von Ende Juni bis Mitte September 2000 eine Fläche von ca. 12 qm geöffnet.
Ausgehend von der Auswertung des Grabungsmaterial aus dem Innenhof des
Jüdischen Museums, das die Relikte einer mittelalterlichen Grube hervorbrachte,
war klar, daß dieser mittelalterliche Befund nicht singulär angelegt worden
war und mit weiteren Siedlungsresten gerechnet werden konnte.
Nachdem mehrere Überreste der bekannten historischen Bebauung auf diesem
Grundstück freigelegt waren, stießen wir in ca. 70 cm Tiefe auf eine schwarze
Schicht, die nur Keramik des 10./11. Jahrhunderts enthielt. Beim Abtragen
dieser mittelalterlichen Schicht stellte sich heraus, daß daraus fast
kreisrunde Eintiefungen in den gewachsenen gelben Sand eingebracht worden
waren. Wir waren auf die tiefsten Bereiche von Pfostenlöchern gestoßen,
von denen zwei aufgrund darin angetroffener Glimmerkeramik klar dem Mittelalter
zuzuweisen sind.
Neben den Befunden der Kreuzstraße , die nach Vergleichen von Grabungsergebnissen
aus Roßtal mit großer Wahrscheinlichkeit zu einem Grubenhaus gehört haben,
läßt sich am Jüdischen Museum eine zweite Form der mittelalterlichen Bebauung
nachweisen der Ständerbau, eine Art Fachwerkbau, bei dem die senkrechten
Pfeiler nicht in einem waagerecht auf einer Sockelmauer aufliegenden Balken
eingelassen waren, sondern direkt in den Boden.
Mittelalterliche Spuren
Das archäologische Fenster zur Stadtgeschichte zeigt die Überreste eines
mittelalterlichen Ständerbaus des 10 ./11. Jahrhunderts, eine alte
Wegtrasse mit Wagen- oder Karrenspuren aus dem 15./16. Jahrhundert, Überkannten
historischen Bebauung aus dem frühen 17. Jahrhundert (wahrscheinlich aus
Überresten von der der Zeit vor dem 30jährigem Krieg), bauliche Überreste
aus der Zeit des Wiederaufbaus (17./18. Jahrhundert Abflußrinne und Sickergrube),
die neue Ausrichtung der Gebäude im späten 18. Jahrhundert mit der
Anlage einer Latrine hinter dem Haus und dem Überrest eines Dörrofens
im Erdgeschoß, sowie einer ehemals großzügigen Granitplattenverlegung
aus dem 19. Jahrhundert, deren Ursache wohl im Rahmen der jüdischen Kultur
in Fürth zu sehen ist.
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