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Was ist ein Bodendenkmal?

Das Wort Denkmal hier mit einem bestimmten Herkunftsattribut – Boden – ergänzt wird als eine besondere Denkmalgruppe betrachtet, da Denkmalschutz im Gegensatz zu anderen Denkmälern seine Wirkung erst entfalten kann, nachdem es im Boden entdeckt worden ist.

Zu unterscheiden sind Denkmäler, die sich auf natürliche Weise gebildet haben (z.B.: Fossilien) von Denkmälern, die Zeugen menschlichen Handelns sind. Ihr Wert besteht darin, daß sie im 1. Fall an Zeiten erinnern, die außerhalb der menschlichen Existenz lagen, im 2. Fall an Zeiten, die längst vergessen und damit als eine historische Quelle zu sehen sind. In Fürth beschäftigt sich die Arbeitsgruppe Archäologie mit Quellenmaterial aus der 2. Gruppe und versucht Einzelheiten zur Handwerker- und Sozialgeschichte Fürths, sowie zur Entwicklung der Siedlung herauszufinden und zu sichern.

Wie wird ein Bodendenkmal gefunden?

Die Auffindung von Bodendenkmälern geschieht zumeist plötzlich und erfordert gezieltes und entschlossenes Handeln, da beispielsweise auf Baustellen Prozesse der wirtschaftlichen Planung und Termine nicht mehr aufgehalten werden können. Weil die Bodendenkmalpflege hierin ein besonderes Problem erkannt hat, ist man einerseits dazu übergegangen, vorbeugend zu handeln. Bekannte Bodendenkmäler werden im Amt für Bodendenkmalpflege registriert und in Kataster- oder Flurkarten eingetragen. Bei geplanten Baumaßnahmen erkennt das Amt die Gefahr der Zerstörung rechtzeitig und kann schützend tätig werden (ICE-Trasse im Altmühltal). Andererseits besteht das Problem, daß viele Bodendenkmäler noch gar nicht erkannt wurden bzw. deren genaue Lage nicht bekannt ist. Dazu kennt man im Amt für Bodendenkmalpflege eine große Zahl an ehrenamtlichen Helfern, die meist aus historischem Interesse heraus über Äcker laufen und Scherben aufsammeln oder sonst prospektierend unterwegs sind und die Position ihrer Funde dem Amt durchgeben. Im dicht bebauten Fürth versucht die Arbeitsgruppe Archäologie seit 4 Jahren einen Blick in die Baugruben zu werfen, Funde zu bergen oder Schichtfolgen in den Profilen zu dokumentieren. Die Untersuchungen der Grabung Königstr. 91-93 gehen auf Erkenntnisse zurück, die man bei einer archäologischen Untersuchung im Innenhof des Jüdischen Museum 1995 gewonnen und bekannt gegeben hat.

Wie wird ein Bodendenkmal geschützt?

Das Verfahren, das den Ablauf der vorhandenen Zeitschichten im Boden in umgekehrter Reihenfolge nicht nur erkennt und voneinander trennt, sondern auch in der Lage ist, zeitgleiche Strukturen miteinander zu verbinden nennt man Stratigraphie. Bildlich gesprochen muß der Archäologe ein Buch rückwärts lesen, um den Inhalt zu verstehen. Methodisch sammelt er die Ereignisse der einzelnen Kapitel, indem er bekannte Worte mit neu gefundenen in verständlichen Sätzen zusammenführt und die Sätze aneinander reiht, um so ein Kapitel nach dem anderen zu vervollständigen. Dabei besteht die Gefahr, daß unvollständige Worte oder Aus-lassungen den Inhalt der Kapitel verfälschen können. Je häufiger aber gleiche Wortfolgen den Inhalt von Sätzen und damit den Charakter der einzelnen Kapitel prägen, desto wahrscheinlicher ist die Richtigkeit des angenommenen Inhalts.

Dieser Vorgang heißt Dokumentation und bewahrt ein Bodendenkmal in seiner Schichtenfolge. In der Realität wird dabei der Befund scheibchenweise zerstört, deshalb ist es wichtig, daß Lage und Aussehen genau festgehalten werden. Ein Schutz des Denkmals ist damit anhand von Plänen und Bildern einigermaßen gesichert.


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